Mittwoch, 10. Mai 2017

head hangs in lions


Jener Keim erstickt im Moment des Blühens, erlischt rapide in der Glut des Verglühens. Wut.
Mein Impuls ist so gnadenlos; ich bettel‘ darum: gebt mir doch zu guter Letzt den Gnadenstoß.
Tausche Wasser gegen Feuerwerk und morsch gegen famos. Die Wilderness ist lost und wildy me is killing the last one, lost tree. Ein Buch vollgeschriebener Geschichten wird den Wald vor lauter abgeholzten Bäumen um mich herum lichten, in Form von formlosen Gedichten und die Gräser werden gezupft wie Harfen, denn gestapelt in wärmende Schichten sind sie bequem zum Schlafen bis die ersten Gleisbette quietschen unter rollend besetzten Frühpendlerbahnen.
Jeder Zug zieht Zeug und es sind die Anzüglichkeiten danach, in denen ich mich krümmend der Schwerkraft beug, weil alles, was leicht ging, mich nun in tonnige Last verschlingt. Da, die Last! Um die Ecke kommt sie gedüst, auf frisch polierten Kufen, ey warte mal kurz! höre ich sie schon rufen, plötzlich kippt alles um und in mir ist es: wüst.
Ich drehe mich um, erschrecke, da stehe ich, erst grad zweiundzwanzig sicherlich. Ich. 
War niemals wesentlich am Wesen vorgezeichneter Körper der Resonanzen teilnehmend, außenstehend bevorzuge ich seit jeher eher die Skizzen und das lange am Schreibtisch Sitzen. Heißen in Hitzen und beißen im Schwitzen, geschlossene Lider und ein geplatzter Traum von den Blättern, die die Welt bedeuten, gepatzt bei den lektorischlenkenden Leuten, Infekt und Desinfizierung gleichermaßen auf gleichem, bleibenden Raum. Vier mal vier Meter existieren hier mit tanzenden Gebärden und der Sorgfalt auf Mutter Erden. Ein ich trage dich auf Händen in diesen blumig duftenden, dreizehn Wänden. Die Zeiger ticken kurz vor Fünf und es ist Zeit, die Keimlinge mit Wasser zu gießen. Der letzte Kaffee ist dann aufgesetzt, wird mit Augapfel und Scharfsichtigkeit am späten Abend weitpupillig benetzt. Es ist der erste von Vielen während die Platten auf dem technics spielen; es ist das Ersichtliche im Samen des Subtilen, das uns unterscheidet von zu vielem, noch zuvor Labilen.
Den Weg nach draußen zu gehen, sein Innerstes nach außen zu kehren, bedarf es manchmal nicht mehr, als einfach nochmal aufzustehen und sich dann ins Freie zu begeben. Das Vogelgezwitscher belohnt und säumt den letztsonnenbeschienenen Sandweg, geradewegs ins Abend_teuer hinein.

Die Zehenspitzen sind kalt, hier im lichterlosen, verblätterten Schreib- und Buchstabenwald. Tausche Harfen gegen Harken, mit denen ich beginne das Verjährte zu harken. Die Wölfe jaulen leise und kreisen mich ein, scharenweise. Ich schaue ihnen in die Augen, hebe meinen Bleistift, eine großmaulige Parole auf den Schreibpazifismus entweicht meinen müden Sprachorganen, der Rudel schwingt ehrfürchtig alphabettüchtig seine weißen Friedensfahnen, beruhigt kann ich nun aufatmen, in meinem selbsternannten dschungeligen Garten am Wald, in dem es vor Wolfsgeheule zum freundlichen Abschied nun lieblich schallt.
Es beginnt zu tröpfeln aus den Wolken, wie gut, dass ich die blaugelben Gummistiefel trag‘ und das beschützende Opinel bei mir hab‘. Wie gut, dass Freundschaften unbezahlbar werden ab der Null; wie logisch, dass das die wilden Waldbewohner schon lange wussten vor uns Pfeifen hier.
Bier.

Worauf ich hinaus will, wieder gewärmt in diesem regenbogenfarbigen Haus.
Was ich hier will, wieder da und mit Papier und mit Stromanschluss und Laptoptasten vor mir?
Die nächtliche Exkursion eröffnet mir um kurz vor Vier: die Blüten sind hier. Um kurz vor Sonnenaufgang schiebe ich den Vorhang beiseite, Himmel und Hölle, volle Bandbreite.

Es brennt in mir, um etwas zu spät nach Vier.

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