Montag, 15. Mai 2017

can take you high


Ihre Stimme erklingt wie zarte Glitzerperlen auf deinem nackten Rücken, bitte jetzt nicht Pause drücken, ja bloß nicht aufhören und der Weiterentwicklung entgegen stören, nicht patzen bei der Probe mit Gesangsgruppen aller Art und Chören.
Die Pforten öffnen sich, ich verliere dich im Dickicht der Nachsicht trotz Nachtsichtgerät, weil die Mondsichel heut so ungünstig steht. Ich hefte mich an das Heft in der Metropole mit Herz, der Großstadtrabatt lässt dann tief in die Tasche langen, hat mich ein bisschen gelinkt, kein Problem, ich habe mich jetzt ausgeklinkt.
Habe dich dafür gefunden, bin dir auf gut Glück hinterhergehinkt, komm lass uns in einen Film gehen, in unseren eigenen Jim Jarmusch Streifen, ja da würden wir nach den Sternen greifen, das würde uns gefallen bis wir der nie endenden Zugabe beiklatschen- ich kippe aus den Latschen mit jedem Mal, wenn sie sich in die Vorführungssäle meines Kopfkinos schleicht, ihr ohne Kontrolle Ticketpreis ist lebenslange Clubmitgliedschaft ohne Beitragspflicht. Nur sie kann den Vertrag beenden, es ist einseitig und liegt in ihren Clubmitgliedschaftshänden. I am on fire und brenne stets darauf, immer am Aufräumen, doch nie ist etwas sortiert. Ständig am Puls des Geschehens, aber nichts passiert.

Die Zimmer, in denen ich zu selten ruhe und zu oft raumraubende Dinge tue, habe ich verlassen. Betrete die Luft, die wir atmen und lasse die Laienwände hinter mir, auf die wir projizieren.
Ich bin bereit mich zu verlieren, schon immer gewesen.
Schwinge mich mit letzter Kraft aufs Rad und dann treffe ich sie mit Hitze im Magen, doch wähle gottseidank nur die besten Worte ohne etwas zu sagen. Blick nach unten, Blick durch die Brille, Blick nach vorne. Meine unbesohlten Füße auf den Pedalen, die ich ansporne. Mit dem Lenker durch das Land, mit Stiften in der Hand, is my body a strangeland und du mittendrin. In meiner Jeans sind hundert Löcher, mein Alltag sind tausend Abers und Döcher. Wozu gibt es Waschmaschinen, wenn wir uns vorsehen und sie nicht bedienen? Wozu Gardinen, wenn wir sie nicht auch mal zuziehen?

Wenn es so ist, dass alles, was ich will, nicht ist. Ist dann nichts, was ich habe, alles, was ich brauche?

Was nützt mir die Schönheit ohne Mut und der intelektuelle Gang ohne den vorausgesetzten, tugendhaften Tatendrang? Was nützt Schmuck ohne das Gefunkel und das: welche Bedeutung wohl dahinter steckt- Gemunkel? Was nützt die Erleuchtung, wenn ich trotzdem aufwache und es ist dunkel? Und was bringen all die geistreichen Brillanten ohne den Glanz im wertvoll Konstanten?
Der bodenlose Weg hat mich hierher gebracht, zu einem großen Baum in einer verwurzelnden Nacht. Wozu Bäume wie diese, wenn wir sie nicht beklettern?
Wozu all die gereimten Gedanken, wenn ich nicht beginne, sie wieder zu blättern? 
Nach dem Ortsausgang nah am Dorfkern, kurz vor dem Abendstern. Mein Dorfanker, mein Fotosynthese für mich Tanker, ich der schreibende Bedanker in diesem Geäst, das mir mein Gerüst. Denn ganz genau richtig ist der Abstand zwischen Ast und Ast, so ausgerichtet, dass nur mir es hier oben perfekt passt. Es ist nicht nur eine espenzarte Baumspitze, es ist eine wirkliche Krone, in der ich sitze. Von den rosafarbenden Schäfchen am Himmel werde ich geküsst und von hier aus, mit geheimnisvollen Tretern auf dem U-Bahnhof der schlaflosen Straßen, male ich mir selbst die schönste Robe, das schönste Dinnerkleid aus, führe mich aus, stehle mit mir selber Pferde, bin meine Mutter Erde, oben hier, auf diesem Traum aus Baum.
Ist alles echt und unverbindlich menschenrecht.

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