Freitag, 18. Mai 2018

workingclasshero


Was bricht sich an einem Gedicht, wenn man es in ein strombetriebenes Gerät herein tippt? Was bedeutet es zu sehen, wie man die Buchstaben formt zu dem, was einem auf dem Herzen brennt? Ein zerknittertes Heft voll zusammengesetzter Zeilen, die vom Dichtertum weilen. Dichter tun. Sich Schriftbild und Schutzschild zu Aphorismen unter mondscheinigen, sich brechenden Prismen. Ich habe die Kugelschreibermine herunter geschrieben und das nächste Büchlein gefüllt, habe verloren und habe gesponnen. Worte zu gewinnen bedeutet das Danach gewonnen.
Zwischen Kurzwaren und Langstrümpfen bewache ich ihre Träume Nacht für Nacht. Mit meinem Platzpatronengewehr stehe ich am Fußgängerwegesrand und blicke vorbeifahrenden Anhängern hinterher, auf denen mit Mindestgeschwindigkeit die Zukunft transportiert wird. Future me is killing me. Doch fernab dieser motorisierten Kultur feiere ich jeden Tag aufs Neue: Den Tag aufs Neue.
Oh, wie sehr ich mich des dichter Tuns freue.


Samstag, 7. April 2018



Phantom, du. Ich jage dich mehr nachts als des Tages.
Romantisch eingedeckt verflechtet mich die Stadt mit all ihren Sinnen. 
Entkommen: geht nicht.
Im bunten Vogelgezwitscher Berlins nehmen die wilden Wirbel ihren Lauf.
In der Unendlichkeit 
Gehen Kofferräume zu
Und Türen wieder auf.
Neue Gärten auf alten Erden
Und Tintenkleckse wie Blutergüsse.
I will keep you free. You keep me wild.
Was uns bindet,
Exodus.


Samstag, 31. März 2018

a bang in the void


Spät abends, beinah nachts, schleiche ich die Treppen hinunter, ganz im Dunklen, ganz in Väns. Die Tür fällt leise ins Schloss und ich mache einen kleinen Sprung in die kühle Winterluft. Die Reifen sind aufgepumpt und der Rucksack geschnallt, gleich wird mit Buntem friedlich in der Gegend umher geknallt. Klebend befestige ich mit aerosolverleimten Händen Mosaiksteinchen an herrenlosen Wänden.
Wenn die Worte hier Transportmittel sind, dann bin ich Gott und die Welt und wieder Kind. Wenn die Fragezeichen an abgeplatzten Betonmauern niemanden mehr etwas nützen, will ich den Arm am längeren Hebel kürzen. Die Sehnsucht trifft mich urban und über Land. Und plötzlich stehe ich am Tempelhofer Feld unter einem klirrendkalten Sternenzelt, mit einer Hundeleine, die man hier halt so in den Handschuhhänden hält. Mit Wegbier zum Likör, mit Freunden, bei denen es uns gefällt. Wie die Leben sich entwickeln, wenn alle miteinander verbunden sind. Ein neuer Bolzplatz an der Ecke; endlich, und die Bilder, an denen ich hänge. Mitunter sind es nur die Gedärme und nicht die Zwänge. Mitunter sind es Höhlen und keine Holzstege mehr. Mitunter liegen Tiere am Straßenrand und mittlerweile habe ich verstanden, warum ich dich getroffen habe. Denn es gab eine Zeit, da kannte ich Orte und Straßen und Plätze, da stand ich Rede und hatte volle Sätze.
When the past was present I was sitting on the dock of the bay, doch die Dinge, sie verschieben sich und heute fahren wir große Autos und wissen nicht warum, wir haben plötzlich Geld und nichts steht mehr still in unserer motorisierten Welt. 
In den Baumwipfeln meiner Träume finde ich dich wieder zwischen Zensuren der bedeutsamsten Lieder, verstehe das imposante Orchester und auch die Frühlingsblüher. Jetzt verstehe ich warum du und ich verstehe wozu. Kein Suchen war mehr nötig; es wurde gefunden, was mit dem Weiß des Winters wieder verschwunden. Vier freie Worte im Schnee und meine signalblauen Buchstaben am Ortseingangsschild, an dem jetzt einfach wieder alles richtig steht. Unser Bild, spiegelverkehrt und unsere Zeit, der Zeit hinterher. Verschlungen in der Erinnerung male ich Kunstwerke an die Wand, denn emptiness still leaves a space. Und so muss es gefüllt werden mit Leim und Farbe und Erkenntnis.

Wir fahren Boot und ich lege meine Jugend in deine Hände. Wir sitzen im Kanu, ahnungslos und sanft beschützt und dann bin ich wieder etwas mit einer idealistischen Zwei davor.
Medizin.
Wie schnell vergeht ein Jahr und warum tut es das?
Die Paddel, alle die wir haben, gehen hops und über Bord, es sind tausend Fragen an einem uferlosen Ort.
Wir gehen baden und erblicken Sternschnuppen über unserem selbstgebastelten Traumschiff.
She loves you so hard.
In schwarzen Buchstaben steht es auf dem Ortsausgangsschild.
Kunstlederhandschuhe, die es getan und ein Gewissen, das killt.
Deine Brise, so hoffnungsfroh mild.


pets_and_friends_

Die Kraft einer anders irdischen Welt ist kein Geld auf dieser Scheibe- meine Währung ist mit Verlaub diese, dass ich schreibe. Das Gewehr bei Fuß zum poetisch prunkvollen Gruß. Und dann kommt Stillstand. I try to keep the blues away and stay green. Doch dann wieder Stillstand. Alles dreht sich im Kreis und nichts fällt aus dem Rahmen.
Stillstand.
Der rote Faden scheint grau wie schwarzweiß; der rote Faden und die gefundene Feder, unzertrennlich durch die Lüfte und über feinbestäubte Felder. Ein Hochstand in den Bergen, weit da vorne und Waldmeister auf dem Boden. Unkraut vergeht nicht zwischen tot geglaubten Göttern und unsichtbaren Zwergen. Auf zartem Espenlaub liegend beginnen wir unsere zerbrechliche Geschichte. Immer auf gepackten Koffern sitzend, stelle ich mich meinen abertausend Gefühlen.
Alltagssymmetrie außerhalb des allgegenwärtigen Algorithmus bahnt sich an.
Ausbruch.
Ich zerbreche und bestehe an Schuhen, die drücken und Telefonkabeln aus Glasfaser. Bühnen und Rednerpulte und Raucherkneipen. Ware Mensch und die Hände hoch! Eine Schelle an jedem Gelenk der Hand, welch Ohrfeige für den tellerrandüberlagernden Verstand in diesen Mauern hier aus bunter Wand. Einige Pfeile und zwei große Gläser.
Kopfsprung vom jungen Leben und kurz im Ort Erinnerung baden- Herzbruch.
Der Hof als nicht Dachterrasse ohne Klingelanlage. Geräusche am Fenster, observierend umgesiedelt ohne Ortswechsel.
Mein Blick öffnet die Fenster und heute ist so ein Tag, an dem man nicht weiß, ob Herbst oder Frühling ist, ob es Wahrheit oder Lüge ist. Ich kann hier nicht nur leben, ich muss auch etwas sagen können in meiner Selbstdistanz, wenn ihr alle im Affentanz so um mich tanzt.
Pleitegeier kreisen über der Mercedes Benz Bank und in gleichnamiger Arena wird Plastik für horrende Summen verkauft. Plötzlich sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und nur noch rote Ampeln im Stadtverkehr, mitgetragenes Laub am Gaspedal und alle paar Meter die Sirenen einer Feuerwehr.
Im Dunst des Überreizes und heißbefahrener Straßen verschwinden die Jahreszeiten und werden zu glühend heißer Lava. Ich bin nichts und ich bin alles. Oder wer von euch kann wirklich bezeugen, dass ich dabei war?
Oder nur schreibend und daneben, 
still stand.



Donnerstag, 1. März 2018

thirtyone_prologizm


Nicht zu fassen. Nieselregen am Spittelmarkt. Müllabfuhr. Kaffee aus Glas.
Mos Def has been the most beautiful boogie man. Denke ich gedankenverhangen aus dem Fenster schauend, als in dem S-Bahn Abteil, in dem ich sitze, Ray Charles lächelnd Groschen in die blaue Schiebermütze geworfen bekommt. Und als an der Gedächtniskirche auch noch Jehovas Zeugen einsteigen und dieses eine Mädchen in den weißen Supergas, dann sitz ich da so mit dem zwanzig Gramm schwerem, in meinem Rucksack befindlichen Soopergras. Rasch mit dem Sonderzug zu den städtischen Toren hinaus, alsbald schon trete ich endlich kraftvoll auf das Pedal mit Gas.
Ein paar Bauabschnitte später regnet es nass ins Land hinein, als ich am Steuer sitze und Kurt Cobain mein Beifahrer ist. Nach so vielen Jahren treffen wir uns wieder, hier in einem fremden Auto, und es ist als wäre nichts geschehen seitdem. Lachfältchen und Bettwäsche im Zweierpack. Zisch und Klack. Ich zeige auf die Bundesstraße und sage: Menschen bauen Brücken im Bücken und vergessen die Laternen als zu wärmendes Weißlicht in Bauarbeiterkasernen. In Andy Warhol Romantik vervielfacht und kopiert, ungefragt und ungeniert. Im Zahnrädchen der Heldentat läuft es wie geschmiert beim pennyroyal Tee mit gut geöltem Motor. Und am Ende, fügt er dann hinzu, geschieht das große Etwas in globalisierten Konserven.

Ready to fall.
Ready to fight.
And ready to fuck.

An der nächsten Rast lass ich ihn raus, mein Herz rast im pferdestarken Takt und alles explodiert.
Your dream might be far away from here, sagt er noch, kaputtes Schlauchboot und leeres Bier.
Und achte immer auf den Rest, goslightly, denn er ist es, was dich zersetzt.
Kurt setzt sich ab, jetzt in der europäischen Zone wie er mir verrät. Ich reiße unsere Erinnerungen in Fetzen, in kleines Papier, in der Gegenwart als Gegenstück, in der Zukunft schlägt die Vergangenheit zurück.

Ein paar Wochen und Wolken und Küsse später stehe ich am Flughafen, auf dem Tagträume anfangen und Nächte enden. Flugzeuge und Menschen und weinende Kinder. Druck auf den Ohren, Druck auf der Blase, Suchtdruck, Schreibdruck, Leistungsdruck, immer am Drücken. Ruckzuck sind sieben Sachen im Gepäck und die Fensterplätze eingesessen.
Pizza und Vienna, alte Donau, neue Donau, eingeschneite Neiße und alles gänzlich macht die Liebe. Tschechisches Bier, alle Uhren zeigen vier, ich denke mir, alles neu macht das Neu und bleibe erst mal für eine Weile lang hier. Es ist also nicht verwunderlich, dass es Wunder gibt. In der dritten Sinnfonie mit Zugabe bis in die Unendlichkeit. Die Stille so zu finden ist möglich mit Männern, die Bäume pflanzen und Frauen, die Wurzeln schlagen. 
Meine Unerkennbarkeit brennt sich mit abgebrochener Zeichenkohle ins Gesicht.
Die Welt steht still und der Februar wurde vom Winter verschluckt.

Ich habe hier gesessen, an dich gedacht und ihm heimlich dabei zugeguckt.


schacht

Als ich die Augen öffne, ist es dunkel. Und endlich ruhig um mich herum. Die Menschen, die jetzt schlafen, erwecken und formieren sich in mir. Ich erhebe mich, doch gehe ich nicht. Ich verschwinde nur leise im Schatten der vom Ostwind zerstreuten Sanduhr. Its all in front of me und im Balkan vermischt sich vermeintliche Identität mit hochprozentiger Harmonie, ein westlichweltlicher Funkenflug glüht in mir- ich lass ihn ziehen. Und lasse das Nachtlicht an, obwohl keiner mehr kommt.
Mit einem Schritt erwachen die jungen Revolutionäre und die Revolte hält mich die Nacht hindurch in Schach, immer wacher und immer mehr von den parolerufenden Protagonistinnen, die sich im Schein des Mondes ganz zart in mein limbisches System einnisten.
Zum Teufel oder zum Punk geboren oder eben auch nicht; über deine Würde entscheidet zuletzt doch nur das oberste Familienstrafgericht. Zeugenschutzprogramm links übern Damm. Fünf Lichter blinken und eine Lunte brennt. Hinter den eisernen Toren der Wohlstandsbäuche mischt sich Lethargie mit aufgeschwemmt. Backsteingebäude und solarbetriebene Zukunft. Wie viel davon ist wirklich Stumpfsinn und wie viel noch Vernunft?
Den anspruchslosen Zielsetzungen der Mutter Pflicht zu entsprechen, wäre nur mit seinen eigenen Prinzipien zu brechen. Bin ich aber von Natur aus prinzipientreu sowie der Umstände halber eher krawattenscheu. Also schreie ich beherzt ins megaphon: Bildet Banden, bis es hell wird und ich die Augen wieder schließe. Waste your idealizm! and taste a piece of what it really means.
Keine Fortpflanzung, nur Fortbewegung! Nur Worte lehren, wörtliches Auflehnen allein kann Berge versetzen. Und nur frei von jeglicher Gefühlsverpflichtung entsteht die bestpointierteste Dichtung.
Der Morgen kommt. Ich baue Luftschlösser und meine Schlaflosigkeit treibt mich umher, nimmt mir die Ästhetik der Veränderung. Flüstert mir zu: morgen ist kein Unter und kein Gang. Ich schlucke und drehe meinen Kopf.
Sehe das heilige Alphabet auf dem schwarzgummierten Rollband des Konsumverbandes.
Obwohl ich nach Hause fahren will, lege ich mich nervengekitzelt und liderklappernd dazu.
Ja warum denn nicht? Es ist doch nur der Widerspruch an sich, der dagegen spricht.
Es ist alles eine Manufucktur in dieser jener Welt, in die wir hineingevögelt wurden.
Und doch, fliegen kann keiner von uns.


Montag, 9. Oktober 2017

eau d'bedroom


Ein Flugzeug fliegt, irgendwo. Ich sitze nicht darin.
Alle Straßen sind leer und alle Häuser weg. Ich schwirre durchs Urbane und sehe doch vor lauter Bäumen den Wald nicht ganz. Wenn ich verstehen will, wo ich mich befinde, muss ich mich in Bewegung setzen. Wieder einen Schritt nach dem anderen machen. Meine Füße, sie bringen mich an Ort und Zeit, meine Schuhe, sie finden den Weg für meinen Körper, finden die Buchstaben in meinem Kopf für alle unausgesprochenen Wörter. Meine Vans lassen mich erst hängen, wenn ich sie spät nachts abstreife und alles aufschreibe. Ich bleibe. Noch kurz hinter den sich öffnenden U-Bahn Türen stehen und fast wie ausversehen springe ich dann auf den Bahnsteig, in letzter Sekunde. Lesson learned: nur wer wagt, der lernt. Und earned. Und dass es wirklich nicht wichtig ist, welche von all den Türen man nimmt, solange man bedacht ist, wie man sie durchschreitet. Wir sollten beide jetzt ausgerüstet sein und genügend vorbereitet für dieses große, wundersame Ding, das niemand kennt und alle nur Zukunft nennen.
Peng.
Es gibt einen Laut und danach schlägt der Takt, kommt durch dein liebliches Singen in der Nacht zum allerletzten Akt. Höhepunkte passieren meistens nackt.
Es gibt einen Menschen und danach passiert nichts mehr.
Es gibt einen Menschen und der passiert dir ein Mal im Leben.
Teen dreams versus Realität: im Erwachsenenleben ist es für gewisse Dinge schlichtweg zu spät.
Es gibt zwei Menschen und die gehören zueinander.
Biorhythmus. Schlafverhalten.
Elbe, Afrika, Unendlichkeit.

Die ersten Schneeflocken werden fallen, ganz sanft und unbedacht in einer heran brechenden, klirrendkalten Novembernacht. Du wirst sie mir vom Haare streifen, ganz sacht. Weißer Winter auf meinem braunen Haar, Jahr um Jahr um Jahr.

eau d'dancing


Wild charms sind zwei verlorene Seelen in einer herzlosen Metropole, die sie in Arbeiterbezirken nicht mehr in den fünften Stock schleppen, sondern ausschließlich digital machen: Schmierfinger beschmutzende Kohle.
Alles besteht aus Geld und zerfällt durch eine wertelose Welt aus Kaugummizigaretten, in der jeder nur sein gottverdammtes Telefon in den Händen hält und sich mit identischer Kleidung fühlt wie Held.
Ich betrachte diese Entwicklung mit äußerstem Argwohn eine Weile jetzt schon. Abgesehen davon, dass ich dort schon ewig nicht mehr wohn‘. Alison Mosshart ist die Königin. Doch eine Andere sitzt auf meinem Thron. Kaisergang Schönhauser Allee. Und alles in mir schmerzt und tut weh. Zwischen Mädchen mit kurzen Hosen und blaugefrorenen Handrücken muss ich mich vorbeidrücken an sanierten Hausfassaden und leerschauenden Großverdienern. Schaue in den Horizont, möchte großkotzig berlinern: Ich bin ein Berliner! Frage mich, ob die Anderen auch diesen Dreck hier sehen und wofür sie überhaupt noch Klamotten kaufen gehen. Komme zum abrupten Stehen. An einem beklebten Stromhäuschen steht I am too shy to rap und ich denk mir yep, man, recht hat der Typ. Bemerke dann mit einem Augenaufschlag in Ohrenhöhe, dass auch alles um mich herum englisch spricht und nicht nur dieses Großstadtromantikgedicht da aus Klebefolie. Ich schließe meine müden Lider.
Atme tief ein.
Über mein Deutschland legt sich der Herbst.
AFD und FDH.
MDMA.
Er ist acht Jahre alt und sagt zu mir im saloppen Vorbeigehen:
Überleben oder Hardcore.
Ich setze die Puzzleteile zusammen, fünfzehn Jahre später.

Le Tigre hatten die ganze Zeit recht.

keep on your mean side


Ein Löwe kämpft in mir
Ein Tiger schläft unter meinem Bett
Zu viele Affen auf den Schultern für zu wenig Zucker am Tag.
Und klack und zisch:
Die Beine unter meinen Tisch!
Frischgeköpfter Fisch und Spaghetti Eis zum Nach- am sesamkörnerverkrümelten Tisch.

Zusammenbrechen wenn alles zusammenbricht.
Doch es geschieht einfach nicht.
Nichts geschieht einfach
Einfach geschieht nichts.

Blaulicht, Rotstich, Gründepot, Schwarzmalerei.
Hinterm finowfurter Regenbogen vermischt sich alles zu schönster Zuckerwatterei.
Letharnei. Eins. Zwei.
Bis nachts um Drei und nassen Füßen lassen die Zugvögel grüßen.
Mit Leim und Molotow bewaffnet gestalte ich das Ortseingangsschild um.
It wasn’t me, ich war es nicht.
Lumdidum.

Immer vierspurig und zweigleisig mit dem dreifach Blinker im Gepäck:
Boredom, watch your back!


Montag, 18. September 2017

marilyn


Heute.
Wird halb und halb zu Ganz für tausend Augenlichter, ich komm dichter, du lenkst ein, ich denke abends lichter und du kommst mir mit den trüben Abendlichtern.
Ich fahre Schrittgeschwindigkeit und in meinen Ohren rauscht das Blut. Koffein und Matekick vermischen sich, mein Herz, ja das schlägt für dich.
Eine Karte für die BVG, ein Stempel zum Tanzen, ich knalle volle Häuser auf den Tisch, verspeise den Rest; was für ein Fest.
Wir jagen deine Waschtasche durch die halbe Stadt und sammeln dabei jeden Stern vom Boden. Die höchsten Laternen weisen uns den Weg für Füße ohne Grund, für Gestalten, die darüber schweben. Ich könnt mich ergeben und in der vorletzten Nacht habe ich es getan, in der vorletzten Nacht mit Erbarmen. Für dich und für mich ist mir der Kopf geplatzt.

Sie öffnet die schwere Holztür mit dem goldenen Knauf und blickt zu mir; alles strahlt und alles strahlt in ihr. Wir neigen unsere viel zu weit entfernten Gesichter und lächeln tief in uns hinein.
Nein, ich will keine Freiheit!
Ich will verloren sein.

Zwischen Buddelkasten und Eckkneipe, zwischen Investorenträumen und Kreuzberger Apfelbäumen, Mount Kimbie und Ruderboot, zwischen schlechtem Grasgeruch und Blaulichtern bleibt dann die Warschauer Straße stehen.
Und für einen kurzen Moment kann ich die Zeiger packen, greifen und spalten. Für einen kurzen Moment kann ich empor steigen, verschwindet das Ziffernblatt, kann ich stehen auf den Sprossen. Gib mir Erde zum Wachsen und Schattenplätze für die Hitzewellen. Im zauberumnebelten Sog eines Wochenendes ist plötzlich der Herbst da. Wie kann ich noch versprechen, keine Fehler zu machen? Es ist fünf Uhr morgens.

Einhörner gibt es doch. Power to the people!
Ponys und Kassettenketten dieser Welt.